Gianna Caduff

Gianna_Caduff_bearbeitet

Als ich realisierte, dass ich homosexuell bin, war das für mich: keine grosse Sache.

Dass ich homosexuell bin, weiss ich seit: ich 21 Jahre alt bin.

Dass ich homosexuell bin, weiss die Öffentlichkeit seit: ebenfalls seit ich 21 Jahre alt bin. Als ich es realisiert habe, outete ich mich gleich.

Das hat mein Bruder gesagt: „Ich verstehe dich. Ich stehe auch auf Frauen.“

Das hat mein Freundeskreis gesagt: Alle haben eigentlich sehr offen und positiv reagiert. Die meisten hatten einfach viele Fragen. Und sie haben sich mit mir gefreut.

Ich hatte einige Beziehungen mit Männern und das war: nicht so das Wahre. Das gewisse Etwas hat immer gefehlt. Ist aber nicht die Schuld der Männer.

Erste Freundin: mit 22 Jahren. Es war etwas völlig Anderes als meine Beziehungen zu Männern. Obwohl sie nicht die richtige Frau war, hat diese Beziehung meine sexuelle Orientierung bestätigt.

Eine Beziehung zu haben ist für mich: Ich habe seit einenhalb Jahren eine Beziehung und sie hat einen sehr grossen Stellenwert in meinem Leben. Wir sind sehr glücklich. Es ist schön, dass wir uns nicht vestecken müssen. Wir finden beide, dass wir so sind wie wir sind. Wir zeigen uns in der Öffentlichkeit und es ist schön einander so zu lieben.

Homosexuelle sind im Vergleich zu Heterosexuellen: genau gleich.

Das letzte Mal in der Kirche: Ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Wahrscheinlich vor vielen Jahren an Weihnachten wo man in die Kirche musste.

Gott ist für mich: unwichtig. Den Glauben finde ich jedoch etwas Schönes, weil es vielen Menschen hilft.

Das würde ich Gott sagen, wenn ich ihm begegnen würde: Nichts. Da ich nicht an ihn glaube, glaube ich auch nicht daran, dass ich ihm begegnen könnte.

Das letzte Mal, als ich etwas von Gott wollte: Wahrscheinlich als ich klein war und einen Wunsch in den Himmel schickte. Heutzutage spreche ich nicht zu Gott. Am ehesten zu einer Energie. Genau beschreiben kann ich es jedoch nicht.

Der Bischof Vitus Huonder ist für mich: ein intoleranter, altmodischer, hasserfüllter, verzweifelter und unglücklicher Mensch, der seine Energie besser woanders einsetzen sollte. Ich hoffe aber, dass er seinen Weg findet.

Das ganze Gerede über Homosexuelle finde ich: genauso wichtig wie unwichtig.

Für mich wünsche ich mir: dass ich weiterhin so gesund und glücklich bin. Für mich ist dies das Wichtigste im Leben.

 

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